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Bei dem Sturm fiel auch eine sehr alte Fichte

Böhmische Schweiz, 8.11.2017 – Bei dem Sturm, der das Gebiet des Nationalparks am 29.10.2017 ereilte, fiel auch eine sehr alte und sehenswerte Fichte. Die umgestürzte Fichte wuchs an der Böhmer Straße und erreichte eine Höhe über 46 Metern, ihr Alter wird auf über 200 Jahre geschätzt. Von solchen Fichten gibt es im Nationalpark nur einige Zehn. Sie befinden sich in den kühlen Tälern, wo die klimatischen Bedingungen mit denen in den Bergen vergleichbar sind. Die größte und vermutlich älteste bekannte Fichte der Sächsisch-Böhmischen Schweiz befindet sich an der Staatsgrenze auf sächsischem Gebiet. Sie misst 59 Meter und ihr Alter beträgt ungefähr 400 Jahre.

Das genaue Alter der Fichte ermittelt die Nationalparkverwaltung in den nächsten Wochen. Teile des Stammes werden zukünftig als Ausstellungsstücke in den Ausstellungen für die Besucher der Böhmischen Schweiz dienen.

Die Gemeine Fichte ist ursprünglich eine Holzart, die in höheren Lagen vorkommt. Sie war nach der letzten Eiszeit auf dem heutigen Gebiet des Nationalparks nur in kleinerem Maß in den kalten Schluchten vorhanden. Eine größere Ausbreitung erreichte die Holzart auf dem Sandsteingebiet erst durch die modernen Formen der Forstwirtschaft, die auf die relativ schnelle Produktion von gut verarbeitbarem Holz gerichtet waren. So haben die Fichten vor einigen wenigen hundert Jahren die hiesigen ursprünglichen Wälder, vor allem die Tannenbuchenwälder, ersetzt.

Die meisten Fichten der derzeitigen Bestände, die zum großen Teil nach dem Nonnenfraß in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts angelegt wurden, sind jünger als 100 Jahre und erreichen eine Größe von 35 m. Gerade der monokulturelle Charakter der Wälder und die Gleichaltrigkeit der angelegten Fichtenwälder gehören zu den Ursachen der großen Schäden infolge des Sturms. Während des diesjährigen Sturms Herwart wurden nach den neusten Schätzungen 7500 Kubikmeter überwiegend Fichtenbestand beschädigt. Der Umfang des Kalamitätsholzes ist im Vergleich zum Orkan Kyrill im Jahr 2007 mehr als doppelt so groß, als im Nationalpark 3443 Kubikmeter Kalamitätsholz entstanden waren.

Das beschädigte Fichtenholz muss bearbeitet und aus dem Wald gebracht werden, damit es nächstes Jahr nicht zu vermehrten Kalamitätsschädlingen kommt. Die freigewordenen Flächen werden so zur Erneuerung der Wälder genutzt, dass diese einen naturnäheren Charakter erhalten. Die Nationalparkverwaltung gibt den Wäldern auch mittels der zielgerichteten forstlichen Maßnahmen langfristig und schrittweise ihre natürliche Form wieder, damit diese in Zukunft in einem größtmöglichen Maß unabhängig von der menschlichen Pflege sind.


Die umgestürzte Fichte: Die Fichte bei der Böhmischen Straße war mehr als 46 Meter hoch und das geschätzte Alter überschreitet 200 Jahre. Es gibt nur wenige derartige Fichten im Nationalpark. Foto: Tomáš Salov

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