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Das Waldmanagement im Nationalpark

Heutiger Zustand der Wälder

Vor der Ausweisung des Nationalparks wurde der Großteil seiner Wälder wirtschaftlich genutzt (siehe Die Nutzungsgeschichte der Wälder). Im Laufe der Jahrhunderte entstanden auf großen Flächen künstlich begründete, altersgleiche Monokulturen oft nichtheimischer, schnellwaschender Baumarten (z.B. Weymouthskiefer, Lärche, Roteiche) oder geographisch heimischer, aber auf nicht geeigneten Standorten gebrachte Arten (z.B. Fichten auf Sandsteinplateaus). Diese nicht-standortsgerechten Nadelwälder, die auf ursprünglichen Mischbeständen stocken, unterliegen häufiger Windwürfen, Insektenkalamitäten (z.B. Borkenkäfern oder Nonnenfaltern) und Waldkrankheiten. Diese Bestände erfordern demzufolge eine intensive Pflege bis zu dem Zeitpunkt, ab dem es gelingen wird, sie in einen naturnahen Zustand überzuführen.

Vom aktuellen Zustand der Nationalparkwälder machen Sie sich am besten auf Ihren Wanderungen oder auf einer von einem Nationalparkmitarbeiter geführten Exkursion ein vollständiges Bild.


Bild: Die Spuren der Forstwirtschaft sind noch zu sehen. Foto: Václav Sojka


Ziel- Zustand der Wälder

Die Nationalparkverwaltung bemüht sich diese Forstmonokulturen wieder in Wälder zu verwandeln, die in ihrer Alters- und Artenzusammensetzung wieder den Wäldern vor der Ankunft des Menschen gleichen werden. Nichtheimische Arten werden schrittweise entfernt und an deren Stelle werden wiederum Tannen, Buchen, Eichen, Ulmen und weitere standortsgerechte Baumarten angepflanzt. Dort wo Relikte alter, naturnaher Wälder, wie beispielsweise an den steilen Felswänden der Schluchten, an Felsvorsprüngen und- kanten oder unzugängliche Hochplateaus, erhalten sind, werden diese von der Nationalparkverwaltung bewahrt. Dort wo die Wälder in der Vergangenheit durch menschliche Tätigkeiten verändert wurden, werden sie langfristig so gepflegt, dass die Grundlage für einen naturnahen, arteneichen Wald geschaffen wird und über natürliche Prozesse wieder urwaldartige Strukturen entstehen können.

Kühle Luft strömt durch die Schluchten und Klammen, wo folglich montane und submontane Pflanzen- und Tierarten in ungewöhnlich niedrigen Seehöhen von bis nur 150 m vorkommen. Diese kalten und feuchten Lagen sind natürliche Standorte submontaner bis montaner Tannen-Fichten-Buchenwälder. Daneben kommt auch hier der Bergahorn natürlich und in der Krautschicht z.B. der Siebenstern häufig und selten der Drudenfuß oder Knotenfuß vor. Dank der schattigen und feuchten Verhältnisse sind hier einzigartige, außerordentlich artenreiche Moos- und Farngesellschaften anzutreffen. Als Charakterart ist der Rippenfarn zu nennen.

Auf den humusarmen Sandsteinplateaus befinden sich natürliche Standorte von Kiefern-Eichenwäldern und Buchenwäldern. Als natürliche Arten sind hier Rotbuche, Stiel- Traubeneiche, Waldkiefer, Gemeine Birke aufzulisten. In wärmeren lagen treten oft auch Hainbuchen oder Winterlinde auf.

Felsvorsprünge und –Rücken mit extremen Klima- und Bodenbedingungen sind Standorte relikter Kiefernwälder, in welchen die Waldkiefer und die Birke dominieren und vereinzelt Ebereschen vorkommen. Wertvoll sind hier die Zwergstrauchheide-Gesellschaften der Heidel- und Preiselbeere sowie des Heidekrautes.

Die schattigen Felsstufen und –Partien sind Standorte von artenreichen Kiefernwäldern, selten mit Krähenbeere oder mit der Charakterart der Böhmisch-Sächsischen Schweiz - dem Sumpfporst.

In den engen Bachtälern blieben lokal submontane Erlenwälder erhalten.

Auf humusreichen Basaltkuppen sind artenreiche Standorte krautreicher Buchen- und Schuttwälder mit dem Vorkommen der Laubbaumarten wie Rotbuche, Esche, Bergahorn, Hainbuche, Winterlinde und Bergulme anzutreffen. Diese Standorte gehören zu den artenreichsten im Nationalpark Böhmische Schweiz.

Für naturnahe Wälder ist neben dem genannten Artenreichtum auch die Alters- und Standortsdiversität charakteristisch. Naturnahe Waldökosysteme befinden sich in einem dynamischen Gleichgewicht und entwickeln sich immer fort. Wenn der naturnahe Zustand der Nationalparkwälder erreicht ist, sind menschliche Eingriffe in die natürlichen Prozesse nicht mehr erforderlich und urwaldartige Strukturen mit diversifizierter Alters- und Artenzusammensetzung können sich selbst entwickeln.


Bild: Panorama über die Nationalparkwälder. Foto: Václav Sojka


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