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Die Grundmühle / Dolský mlýn

Bild: Die Ruinen der Grundmühle im Winter.


Nicht weit entfernt von der Ortschaft Hohenleipa befindet sich der geheimnisvolle Ort der Grundmühle (Dolský mlýn) in den tiefen Schluchten der Kamnitz (Kamenice). Die Grundmühle liegt an der Einmündung der Biele (Jetřichovicá Bělá) in die Kamnitz zwischen der Ferdinandsklamm und der Wilden Klamm. Man erblickt die Ruine einer alten Mühle und die bescheidenen Reste der Nebengebäude, die zusammen eine lange Geschichte haben:

Bild: Der geheimnissvolle Ort der Grundmühle.


Die erste schriftliche Erwähnung der Mühle reicht bis in das Jahr 1515 und somit bis in die Anfänge der deutschen Besiedelung Nordböhmens zurück. Von den ersten Besitzern Andreas Schöbel und Christov Seidel, die urkundlich erwähnt sind, ging die Grundmühle im Jahr 1584 in den Besitz des Gutes Bensen-Niederes Schloß über und kam 1653 zur Herrschaft Binsdorf. Die Herrschaft Binsdorf gehörte auch dem Reichsgraf Johann Georg von Clary-Aldringen, der im Jahr 1696 die Grundmühle für 300 Reichstaler an den Müller Johann Christoph Pohl veräußerte. Im Jahr 1727 erfolgte ein Umbau der Grundmühle in barocker Form.

Aus den Anfängen der Mühle erzählt eine Sage, dass nicht alle Müller gut und freundlich waren. Die Sage berichtet von einem einzigen Müllerssohn, der in die Welt hinaus zog und lange Zeit nicht zurückkehrte. Als er eines Tages als reicher Reisender Halt an der Mühle machte und dem Müller jeden noch so kleinen Dienst großzügig bezahlte, fassten die Müllersleute in der Nacht den furchtbaren Entschluss, den Reisenden zu töten, zu bestehlen und seinen Körper heimlich zu vergraben. Am nächsten Morgen standen neugierige Bauern aus Kamnitzleiten um die Mühle herum und wollten sehen wie sich die Eltern über die Heimkehr des verlorenen Sohnes freuen. Am Abend zuvor war der Sohn im Dorf eingekehrt und hatte den Nachbarn erzählt, wie er seine Eltern überraschen wolle. Seine habgierigen Eltern nahmen sich noch am gleichen Morgen das Leben. Die Müllerin sprang ins Mühlrad und der Müllner erhängte sich. Nun geistert die Seele des ermordeten Sohnes durch die Mühle und trauert um sein Schicksal, wie die Sage berichtet.

Im Jahr 1814 wurde die Mühle um eine Branntweinbrennerei und einer Bäckerei erweitert. Um 1834 wohnten in den Anwesen der Grundmühle insgesamt 24 Leute. Aufgrund zunehmenden Schmuggels wurde von 1845 bis 1853 eine Abteilung der österreichischen Finanzwache in den Gebäuden der Grundmühle untergebracht.

Die Mühle benötigte für ihren Antrieb das Wasser der Kamnitz, auf der bereits seit Beginn der Besiedelung Holz zur Elbe geflößt wurde. Daher gab es mehrere hundert Jahre einen Vertrag zwischen den Flößern und dem Müller, dass immer wenn geflößt und getriftet wurde, die Mühle nicht mahlt. Als Kompensierung bekam der Müller das Recht Bier zu zapfen und die Schnapsbrennerei zu betreiben. So wurde die Grundmühle ein beliebtes und in der ganzen Region bekanntes Wirtshaus.

Bild: Eine Ansicht der Grundmühle aus dem Jahr 1892.


Zwischen 1877 und 1878 betrieb Ignaz Fiedler aus Windisch Kamnitz zwischen seinem Haus und der Grundmühle eine Wildwasserkahnfahrt durch die Klamm, die von Ausflüglern und Naturfreunden gut angenommen wurde. Nachdem der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este während eines Besuches bei Edmund Moritz Fürst von Clary und Aldringen am 4. April 1881 die Klamm bis zur Grundmühle auf einem Kahn befahren hatte, wurde sie ihm zu Ehren als Ferdinandsklamm benannt. Nachfolgend wurde die Grundmühle zu einem der beliebtesten Ausflugsziele der Böhmischen Schweiz. Im Jahr 1888 erhielt die Familie Pohl zusätzlich Schankrechte, die sie zur Betreiben einer Gastwirtschaft berechtigten. Die Familie Pohl war von 1696 bis zur Vertreibung 1946 die Eigentümer der Grundmühle. Nach der Vertreibung der Deutschen blieben die Anwesen verlassen und verfielen. Auch die Kahnfahrt auf der Ferdinandsklamm wurde nicht wieder aufgenommen.

Durch die Bürgerinitiative zur Rettung und Sicherung des Kulturdenkmals Dolský mlýn mit Unterstützung der Nationalparkverwaltung Böhmische Schweiz werden seit dem Jahr 2008 Sicherungsmaßnahmen zur Erhaltung der Ruinen durchgeführt.


Bild: Die Ruinen der Grundmühle werden wieder instand gesetzt.


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